Konzertbericht: „Black Rebel Motorcycle Club“ & „Dead Combo“, 1. März 2014, Kulturfabrik Kufstein
Ein oft unterschätzter Faktor für das Gelingen eines Konzerts ist die Location: Sicher, eine wirklich schlechte Band wird auch am besten Veranstaltungsort eine wirklich schlechte Band bleiben. Aber umgekehrt ist es schon oft vorgekommen, dass gute Bands auf der falschen Bühne, in der falschen Halle, im falschen Umfeld regelrecht verhungert sind …
In diesem Sinne war es wohl ein echter Glücksfall, dass das Kufstein-Konzert des „Black Rebel Motorcycle Club“ quasi im letzten Abdruck von der Kufstein-Arena (die circa 1300 Zuschauer fasst) in die ungleich kleinere Kulturfabrik verlegt wurde. Denn von der ersten Minute an herrschte im brechend vollen, saunaartigen Saal eine intensive, hitzige Clubatmosphäre – genau das richtige Ambiente für lauten, düsteren Rock ‘n‘ Roll.
Für ebensolchen Sound sorgte zunächst die „Dead Combo“: Hinter diesem Namen stecken zwei Finnen, die irgendwann einmal im New Yorker Underground gestrandet sind. Soundtechnisch wandeln sie denn auch auf den Spuren von Formationen wie „Suicide“, einer der einflussreichsten New Yorker Undergroundbands: Nur zu zweit, begleitet von brachialen, etwas breiig abgemischten Drum-Machine-Klängen, zogen sie eine düster schimmernde Soundwand auf, die bestens zu ihrer dunklen Lederkluft passte.
Gegen Ende stand plötzlich ein dritter Mann auf der Bühne, schweigend und mit einem Halstuch vor dem Mund, wie ein Bankräuber oder radikaler Demonstrant: Peter Hayes, einer der beiden Frontmänner des „Black Rebel Motorcycle Club“. (Und weil eine Hand die andere wäscht, durfte die „Dead Combo“ später auch bei den schwarzen Rebellen einen kleinen Gastauftritt hinlegen).
Übrigens: Bei der „Dead Combo“ handelte es sich, wie bereits erwähnt, um Finnen – und nicht etwa um eine Instrumentalrockband aus Portugal, die düstere, Ambient-artige Klänge mit Einflüssen aus dem Spaghettiwestern und traditionellen portugiesischen Fado-Klängen verbindet. Das habe ich zwar in der Regionalzeitung und hier auf dem Blog ausgiebig (und unwidersprochen) verbreitet: Aber da habe ich eben zwei „Dead Combos“ (!) miteinander verwechselt. In Lissabon sind die beiden namensgleichen Formationen (die auch vom Sound her durchaus kompatibel sein dürften) sogar einmal bei einem „Dead Combo Clash“ unter dem Motto „Dead Combo vs. Dead Combo“ aufeinandergetroffen.

Ich war jedenfalls so in meinem Vorurteil verhaftet, dass ich die (dunkelhaarigen!) US-Finnen bis zum Schluss für Portugiesen gehalten habe. Kein Wunder, wenn einer der beiden frisur- und flinserltechnisch auffällige Ähnlichkeiten mit Cristiano Ronaldo hatte …
Doch so richtig aufregend wurde es erst bei der Hauptband:
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