Archiv der Kategorie: Allgemein

Tirolerabend mit Clara und Heidi

Konzertbericht: Clara Luzia, Kulturfabrik Kufstein, 13. Dezember 2013:

Prämisse 1: Mit der österreichischen Folk-/Indierock-Könnerin Clara Luzia geht es mir so ähnlich wie mit Thom Yorke oder James Blake: Ich finde sie prinzipiell super – aber für ihre Stimmen muss ich in Stimmung sein.

Prämisse 2: Ich bin kein Fan von Akustikkonzerten. Wenn ich eine ganze Band mit ordentlich Rumms und Bumms haben kann, warum sollte ich mir dann freiwillig die Lightvariante anhören? Die meisten „Unplugged“-Konzerte (die einem Grundprinzip des Pop, nämlich der Macht der Lautstärke, zuwiderlaufen) sind vor allem eines: langweilig.

Prämisse 3: Das neue Clara Luzia-Album „We Are Fish“ soll insgesamt deutlich rauer und befreiter „losrocken“ (um dieses etwas unappetitliche Wort zu verwenden) als die vier bisherigen LPs. Auch die neue Single „No One’s Watching“ fährt wirklich gut ein. Und dann spielt Clara Luzia in Kufstein trotzdem ein Akustikkonzert?!

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Schlechte Voraussetzungen also für einen Abend, wie er mir persönlich gefällt? Mitnichten! Denn auch wenn ich nicht unbedingt ein Freund der gemütlichen Lagerfeuerklampferei bin: Reduzierte, karge und klare Arrangements weiß ich (im Gegensatz etwa zum turbomaximalistischen Blogkollegen Steff) sehr wohl zu schätzen.

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WTF?? Die 20 seltsamsten Songtitel der Welt

„All You Need Is Love“, „Hey Joe“, „Surfin‘ USA“: Nicht alle Songtitel in der Popmusik sind so klar, kompakt und verständlich wie diese. Hier meine persönlichen Top-Twenty der seltsamsten Liedernamen. Scrollen ist erlaubt 😉

20.) Stuck Inside Of Mobile (With The Memphis Blues Again)

Jemand, der solche surrealen Textmassen auftürmt wie Bob Dylan, hat natürlich auch eine ganze Reihe von seltsamen Songtiteln im Fundus („Leopard-Skin Pill-Box Hat“, „Queen Jane Approximately“, „Subterranean Homesick Blues“, „Bob Dylan’s 115th Dream“ …).

Mein Favorit ist aber dieses Meisterwerk vom vortrefflichen 1966er-Doppelalbum  „Blonde on Blonde“. Nicht nur der Titel (und Refrain) wirft Fragen auf, sondern auch der rätselhafte bis dadaistische Text, inklusive lustiger Vertauschungen:  

„But the post-office has been stolen / And the mailbox is locked.“ 
ODER
„And he just smoked my eyelids / And punched my cigarette“.

Wie mein allwissender Freund Wiki-Peda weiß, hat Zeitgenosse John Lennon sogar einen satirischen Seitenhieb auf Dylan und dieses Lied verfasst: „Stuck Inside of Lexicon with the Roget’s Thesaurus Blues Again“. Dylans Texte waren ihm – wie auch manchem Fan – offenbar gar zu obskur geworden.

Hier wird „Stuck …“ von der genialen Chan Marshall vulgo Cat Power interpretiert:  

 

19.) Let’s Make Love And Listen To Death From Above

Ist die Postmoderne im Pop nun eigentlich tot oder nicht? Als wesentliche Kennzeichen des postmodernen Pop gelten ja: Zitate, Samples, Remixes, Soundcollagen, Mashups und andere Formen der Anspielung und Weiterführung.

Wenn man sich den trashigen Elektropunk von CSS aus Brasilien anhört, die in diesem Lied auf das – nie wirklich bekannte gewordene – kanadische Dance-Punk-Duo „Death from Above 1979“ verweisen, ist das postmoderner Zitatenrausch par excellence. Andererseits: Sowohl CSS, als auch Death from Above (die zwischenzeitlich sogar schon aufgelöst waren), scheinen ihren Zenit bereits deutlich überschritten zu haben. Was mich zur Frage zurückbringt: Ist die Postmoderne im Pop nun eigentlich tot?

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Hopaaa – oder: Warum passt kein Planwagen in den Weekender?

Konzertbericht, Django 3000, 22.11.2013, Weekender Innsbruck

Am Freitag, den 22. November des Kalenderjahres 2013 beschließt die Autorin, sich a Packtl Gaudi aufzureißen, wie´s so schön heißt.

Begleitet von einem befreundeten Pärchen, das zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, auf was es sich einlässt, betritt man zur Einlasszeit den altbewährten Weekender Club in der Tschamlerstraße 3.

Der Eintrittspreis ist mit Hauptact und Vorband auf 12 Euro bemessen und, wie man gegen Ende dieser Veranstaltung einsehen wird, sehr fair und Preis-Leistungsmäßig fast schon unterkalkuliert.

Django 3000, die sich seit September 2013 mit ihrem zweiten Album“ Hopaaa“ auf Tour durch Deutschland, Österreich und der Schweiz befinden, gastieren für einen Abend in Innsbruck.

Und haben sich sogar um einen Opening Act gekümmert.

Die Vorband Famp wird für immer leben, das war mir schon nach einigen wenigen gehörten Takten klar. Aus Wien kommend, zeigen die vier noch sehr jungen Musiker ihre musikalischen Wuchtbrummer mit einer Nonchalance, die keinen Platz für Schüchternheit lässt. Starke Parolen und eingängige Akkorde runden einen grandiosen Auftakt ab. Der Style der Band lehnt sich am Hippen-Lässigen an, so als wären die sehr frühen Flanellhemd-Kings of Leon gegen die österreichische Indie-Band Ginga gerannt.

 Entgegen jeder Vermutung füllt sich der im Untergrund gelegene Konzertraum des Weekender an diesem Abend nicht vollends. Zu seinem Besten, würde ich an dieser Stelle sagen, denn Platz zum Tanzen soll immer im Übermaß vorhanden sein.

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Pfeif drauf! 16 essenzielle Whistle-Songs

Ich steh aufs Pfeifen. Wahrscheinlich, weil es das einzige Instrument ist, dass ich beherrsche, zumindest in Grundzügen. Und ich möchte jetzt nicht hören: Pfeifen kann doch jeder. Denn das ist definitiv nicht der Fall. Meine liebe Mama ist beispielsweise trotz größter Anstrengungen und vorbildlich gespitzter Lippen nicht dazu in der Lage, ihrem Mund mehr als ein kaum hörbares „Rüüür-rüüür-rüüür“ zu entlocken, das man auch in der gnädigsten Definition nicht als Pfeifen durchgehen lassen kann.

Nein, Pfeifen ist, wie schon Loriot wusste, eine hohe Kunst. Und auch aus der Populärkultur ist es einfach nicht wegzudenken! Wer das nicht glaubt, der höre sich die folgende Liste mit 16 Kapazundern des gepfiffenen Liedes an.

Kleine Anmerkung: Weil es im Internet natürlich alles schon gibt (natürlich auch Charts mit den besten „Whistling Songs“, die ich klarerweise auch geplündert habe), habe ich für die folgende Liste strenge Kriterien angelegt: Das Pfeifen muss ein integraler Bestandteil des Songs sein. Lieder wie „Tighten Up“ von den Black Keys oder Becks genialer Hip-Hop-meets-Country-Schunkler „Sissyneck“, die jeweils nur von einem kurzen (zugegeben höchst beeindruckenden) Pfeifen eingeleitet werden, bieten hier fast zu wenig.

Doch nun, without further ado (wie der Engländer sagt), meine 16 essenziellen Pfeiflieder:

16. Alexander feat. RZA – Truth:

Dieser kleine, hierzulande vor allem von FM4 bekannt gemachte Hit von Alex Ebert aus L.A. lebt in erster Linie von der gepfiffenen Hookline. Dass Wu-Tang-Mann RZA eine Rapstrophe beisteuert, schadet auch nicht. Aber das Pfeifen macht’s! (Übrigens: Herrn Ebert könnte man auch als Frontmann von Edward Sharpe and the Magnetic Zeros kennen – die in dieser Liste auch noch auftauchen.)

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Wean, du bist a junge Frau

Album-Rezension: WIEN MUSIK 2013 (Diverse)

Manche Dinge ergänzen sich einfach perfekt. Vor wenigen Wochen ist mit dem formidablen und formschön gestalteten Kompendium „WIENPOP“  eine längst fällige Oral History über die Entwicklung der Wiener Musikszene(n) seit den 1950er Jahren erschienen (Rezension folgt, sobald ich durch bin). Doch während der reich bebilderte Prachtband die historische Komponente in vier Kapiteln abdeckt (vom Aufkommen des Rock ‘n‘ Roll in den 50ern und 60ern über die Kritische Liedermacherszene der 70er und die aufregende Wiener Punk- und New Wave-Szene bis hin zum Hip-Hop- und Elektronik-Boom der 90er), hat man das aktuelle Wiener Popmusikleben ausgespart. Bewusst, wie die Autoren schreiben, da es für eine objektive Beurteilung eben einen gewissen zeitlichen Abstand brauche.

Trotzdem handelt es sich hier um eine Lücke – die allerdings von den WIEN MUSIK-Samplern auf wunderbare Weise geschlossen wird. Der bereits vierte Teil dieser Serie mit aktueller Musik aus (und häufig auch über) Wien ist im Sommer erschienen, gerade rechtzeitig zum Wiener Popfest.

WIEN MUSIK 2013, kundig zusammengestellt vom Musiklabel monkey., zeigt mit der tollen Schauspielerin Birgit Minichmayr erstmals eine Frau auf dem Cover (Foto: Manfred Klimek). Die drei bisherigen Covermodels waren Franz Schuh, Dominic Heinzl (sic!) und David Schalko gewesen. Vor allem aber zeigt der Sampler (einmal mehr), dass in der österreichischen Hauptstadt derzeit, fernab größerer Hypes, ziemlich viel passiert. Das moderne Wienerlied (= Wiener Lied) klingt vielfältiger denn je, ganz wie es einer bunten, rasch wachsenden Metropole gebührt.

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Ja, die stilistische Bandbreite ist gewaltig: vom kryptisch-düsteren Auftakt mit Julian & der Fux („Wie geht es?“) bis hin zu Filou mit ihrem schlicht und einfach „Wien“ betitelten Songhybriden (etwas eckiger Sprechgesang in der Strophe, hymnischer Rock im Chorus: „Wien, oh, Wien – ich oder du, du oder ich?“);  von Atomique, P.Tha & Con mit ihrem Mix aus dubsteppiger Haudraufelektronik und brachialem Highspeed-Rap („Spring! Spring, bis Beton zerspringt!“) bis hin zur Sängerin und Schauspielerin Monica Reyes, die mit ihrer nervig-charmanten Aufforderung zum „Schmusen“ die Nummer eins der FM4-Charts erreichte.

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James Murphy 360°

Manche wissen es vielleicht, „All my Friends“ von LCD Soundsystem ist mein absolutes Lieblingslied der Nuller-Jahre. Eigentlich kenne ich gar kein besseres Lied.

Nun gibt es LCD Soundsystem bekanntlich nicht mehr. Seitdem (2011 oder so) habe ich von Mastermind James Murphy auch nicht allzu viel mitbekommen. Aber seit einigen Tagen treffe ich ihn plötzlich überall.

Also da wäre das allseits sehnlichst erwartete neue Arcade Fire-Album „Reflektor“, das Murphy produzierte und diese Woche erschien. Murphy und Arcade Fire? Nichts anderes als Brillanz ist zu erwarten.

Dann wäre da dieser James Murphy-Remix eines Stückes von David Bowies 2013er-Album „The Next Day“. Seit gestern gib es dazu ein Video.

Hat sogar „Ashes to Ashes“ dabei 🙂

Hello Steve Reich? Ein Hinweis auf das legendäre „Clapping Music“ des Minimal-Komponisten. Und Minimal nicht im Sinne von Elektro-0815-Disco-Fad-zum-Quadrat-Minimal.

Ich durfte das schon einmal live erleben, vorgetragen von der genialen Tiroler Perkussionisten-Band The Next Step. Absolut horizonterweiternd! Hier von irgendeinem YouTube-Ensemble:

Den Rhythmus in Blut und Kopf, würd ich sagen.

So. Aber das mit Abstand Interessanteste, was ich in Bezug auf James Murphy zuletzt las, ist sein neues Projekt mit den Dewaele-Brüdern von Soulwax: Despacio. Offenbar haben Murphy und die Dewaeles zu viel Geld und dachten sich: „Ey, jetzt produzieren wir mal den großartigsten Sound, den je ein Mensch gehört hat.“

Und damit meinten sie nicht notwendigerweise die großartigste Komposition oder das großartigste DJ-Set, sondern die großartigste Sound-Qualität EVER. Bitte einmal diesen Link eines Augenzeugen durchlesen.

Despacio is a custom built sound system devised by James Murphy (lcd soundsystem) which he, David and Stephen Dewaele (2manydjs) dj’ed from over the course of three nights in July in the New Century Hall as part of the Manchester International Festival. (…) It was fucking incredible is what it was. Off the friggin chart. Not like anything I have ever experienced before. (…) It was like meeting an alien from another planet. I’m an atheist but its the closest thing I have ever had to a religious experience. (…) First time I walked out onto the floor, before I’d even been able to register the magnitude of what I was hearing, I saw the smiles on people’s faces. They were in awe, raptured, they just looked deliriously happy. (…) It was like meeting sound for the first time.

 

Ich. MUSS. es. sehen.

19. und 20. Dezember in London werde ich wohl eher nicht schaffen. Aber vielleicht kommen die mit ihrer ganzen Anlage ja mal nach… was weiß ich, Berlin? Muss man jedenfalls im Auge behalten.

Kürbistag

Heute ist Halloween. Mir egal. Aber weil er mir kürzlich zufällig untergekommen ist, möchte ich doch einen Song zum Tage spielen. Ich besaß nie ein Album von den Crash Test Dummies, habe auch nie eines vollständig gehört – sicherlich, weil ihre Zeit die 90er waren und mir damals weder die finanziellen noch technischen Mitteln zur Verfügung standen, so viele Alben anzuhören wie gegenwärtig (… die finanziellen fehlen noch immer).

Aber die Singles habe ich immer sehr gemocht. Vielleicht noch am wenigsten den internationalen Superhit mit den vielen Mmmmmmmms, der übrigens in der Heimat Kanada im Gegensatz zu sechs anderen Single-Auskopplungen nicht einmal die Top 10 erreichte. Den hatte man spätestens nach sieben oder acht m irgendwann satt. Aber wie wär’s zum Beispiel eben mit dem Song zum Tage: „The Ballad of Peter Pumpkinhead“:

Toll, oder!? Im Video spielt übrigens Jeff Daniels („The Newsroom“) den Hauptprotagonisten, weil der Song auf dem Soundtrack zu „Dumb and Dumber“ vertreten war.

Zugegeben, der kreative Input der Crash Test Dummies bei diesem Song war nicht übertrieben groß, ist der Song doch eine im Wesen kaum veränderte Cover-Version des gleichnamigen Lieds von XTC, das nur zwei Jahre vorher (also 1992) erschien.

All credits to the original artist. Wiewohl mir der Zweigesang der CTD-Sänger Ellen Reid und Brad Roberts vielleicht sogar etwas mehr zusagt. Im inneren Kreis der Crash Test Dummies-Fans sind allerdings sowieso andere Songs die Favoriten. Zum Beispiel „Afternoons & Coffeespoons“, der wie der Mmm-Song auf dem Erfolgsalbum „God shuffled his Feet“ vertreten ist.

Schön! Und basierend auf einem Gedicht von T. S. Eliot. Hat mir Wiki Peda gesagt.

Oder mein persönlicher Favorit, der sich auch in meinen Jahrescharts 1996 oder 1997 sehr hoch platzierte – genau kann ich’s nicht mehr sagen, da ich die Hitlisten damals wöchentlich auf Collegeblocks verfasste und diese (hoffentlich) am Dachboden (hoffentlich nicht) inmitten von Katzenscheiße liegen.

Und da dachten alle, „Geek stink breath“ von Green Day wäre das übelste Zahnvideo.

Wer sich bis hierher durchschlug, wird sich vielleicht auch noch dafür interessieren, wie ich überhaupt letztens der Crash Test Dummies andächtig wurde.

Breaking Bad! Denn irgendwann in Staffel drei der qualitativen Überdrüber-Serie spielen’s diesen Song:

Es stellte sich heraus, dass der versierte Mann an der Mundharmonika Son of Dave aka Benjamin Darvill ist, ein langjähriges Mitglied der Crash Test Dummies. Für mich die Bestätigung: Ich wusste doch immer, dass die geil sind!

Und – ich glaub zwar nicht, dass es ein offizielles ist, aber – das Video passt ja auch ganz gut zu Halloween. Aber mir wie gesagt egal.

Hero(in)

Schade, dass viele erst sterben müssen, damit sich wieder einmal eine breitere Öffentlichkeit für ihre Musik interessiert. Jetzt auf einmal mögen alle Lou Reed (wieder). Ein paar Tage lang werden seine berühmtesten Lieder – Hits hatte er ja eigentlich nie – da und dort pflichtschuldig gespielt werden. Und dann: On to the next one. Aber so läuft das halt. Und wir am Blog machen natürlich mit! Aus aktuellem, traurigem Anlass hier also drei meiner persönlichen Lieblingssongs von Lou Reed aus den Velvet Underground-Jahren:

3. The Black Angel’s Death Song:

Dunkler, radikaler und dissonanter hat 1967 kaum jemand geklungen. Und heute?

2. Stephanie Says

Das zynische Arschloch Lou Reed hatte auch eine sanfte, melancholische, verwundbare Seite. Songs wie „Stephanie Says“ zeugen davon. Einfach. Und schön. Einfach schön. „It’s so cold in Alaska“.

1. All Tomorrow’s Parties

„And what costume shall the poor girl wear / To all tomorrow’s parties?“ Nie hat jemand schöner über Tod und Abschied gesungen als Nico. Dabei konnte sie gar nicht richtig Englisch. Und richtig singen konnte sie wohl auch nicht. Aber genau deshalb ist das hier eines meiner absoluten Lieblingslieder. Ever.

Nico (schon 1988 tragisch verstorben) und Lou haben sich selbst das berührendste Requiem geschrieben.

Vom Laster überfahren

Konzertbericht: Truckfighters, PMK, Innsbruck, 15. Oktober 2013

Das digitale Zeitalter treibt bisweilen seltsame Blüten. So auch im Falle der Truckfighters: 2011 erschien eine ironisch gefärbte „Fuzzomentary“ (also Doku) über die schwedische Stoner-Rock-Formation, in der die Truckfighters von Genre-Giganten wie Josh Homme, Nick Oliveri oder einigen Kyuss-Typen in den (Wüsten-)Himmel gelobt werden.

Der Ansatz der Doku ist aberwitzig und absurd: Josh Homme beispielsweise erinnert sich an seine Volksschulzeit, als ihm sein Vater von einer Band namens „Truckfighters“ erzählt habe – obwohl die Schweden natürlich deutlich jünger sind als der Kyuss- und QOTSA-Großmeister. An anderer Stelle lobt er die Truckfighters – in einem legendär gewordenen Zitat – als „the best band that’s ever existed“. Dieser Witz funktioniert eigentlich nur, weil die Truckfighters im Vergleich mit  Queens Of The Stone Age & Co. nur eine relativ kleine, höchstens in eingeschworenen Stoner-/Retro-Rock-Kreisen bekannte Band sind, weil also, überspitzt formuliert, keine Sau die Truckfighters kennt. Köstlich, wie einer der Interviewten ausweichend sagt: „I see their name around, so I know they’re doing … what they’re supposed to be doing“.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Inzwischen sind die Truckfighters nämlich – dem Netz und ihrem Ruf als exzellente Liveband sei Dank – tatsächlich so etwas wie (mittlere) Stars geworden. Wo sie auch hinfahren, spielen sie vor ausverkauften Häusern – und auch im proppenvollen PMK wurden sie von enthusiasmierten, erstaunlich textsicheren (!) Fans euphorisch empfangen.

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Wochenend-Playlist #2

Und hier die Playlist der Party von Freitag. Am Ende wurden leider nicht mehr alle Titel gespielt (Sorry Mischa 🙂 ), aber das meiste kam wohl, wenn ich mich recht erinnere, dran.

Vor-Fußball-Playlist (18:45-20:45)

1. Spoon – My Mathematical Mind (5:02)
2. Yeasayer – Wait for the Summer (4:53)
3. Junip – Suddenly (3:26)
4. Fuck Buttons – Stalker (10:09)
5. Simple Minds – Teardrop (5:33)
6. Chet Faker – No Diggity (3:41)
7. Get Cape, Wear Cape, Fly – 065 D.A.N.C.E (3:57) Weiterlesen