Archiv der Kategorie: Konzertkritik

Die spinnen, die Finnen!

Konzertbericht: Death Hawks, Sahara Surfers & Tracker, Kulturfabrik Kufstein, 17. Mai 2014

„Psychedelisch (zusammengesetzt aus altgriech. ψυχη psychḗ – ‚Seele‘ und δῆλος dẽlos – ‚offenkundig, offenbar‘) bezeichnet einen durch den Konsum bestimmter Drogen (sogenannter Psychedelika), aber auch mittels geistiger und ritueller Praktiken (etwa Trancetanz oder Meditation) erreichbaren veränderten Bewusstseinszustand. Dieser zeichnet sich unter anderem durch eine Aufhebung der Grenzen zwischen dem Ich und der Außenwelt aus, wodurch es zu spirituellen Erlebnissen und Erfahrungen von Alleinheit kommen kann. In diesem Zusammenhang spricht man oft auch von einer Bewusstseinserweiterung.“

Soweit Wikipedia. Eine wichtige Quelle psychedelischer Erfahrung lässt das allwissende Lexikon hier aber eher unter den Tisch fallen: Musik. Dabei gehört das „hypnotische“, „halluzinogene“ Element – also die Möglichkeit, sich komplett in Klangwelten fallen zu lassen und alles Andere auszublenden – aus meiner Sicht zu den wichtigsten Eigenschaften von Musik (egal ob es sich nun um eine Mozart-Sinfonie, LSD-vernebelten Psychedelic Rock oder repetitive Elektronik handelt).

Ein schönes Beispiel für die hypnotisierende Wirkung von Musik konnte man sich kürzlich in der KuFa Kufstein genehmigen. Der verdienstvolle Verein Kulturfabrik hatte gleich drei Bands eingeladen, die für Rockmusik der ausufernd-psychedelischen Art stehen.

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Wenn der Tellerrand zu hoch ist

Konzertbericht: „Guano Padano“ & „Free Nelson Mandoomjazz“, Kulturfabrik Kufstein, 24. April 2014

„Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“: Dieses (abseits seiner leicht agrarfeindlichen Note)bestens bewährte Sprichwort trifft nirgendwo mehr zu als im kulturellen Bereich.  Warum die meisten Leute gerade bei Musik so schwer dazu bewegen sind, sich auch einmal auf etwas Neues und Unbekanntes einzulassen – während es ihnen z. B. beim Essen oder Reisen inzwischen gar nicht mehr „exotisch“ genug sein kann –, dieses Rätsel konnte ich bis jetzt noch nicht ergründen.

Aus meiner lokaljournalistischen Erfahrung weiß ich jedenfalls: Was die Leute nicht kennen, das ignorieren sie. Komplett. Wenn wir versuchen, vier oder fünf Frei(!)karten für Konzerte abseits des Mainstreams zu verlosen, haben wir in der Regel größte Schwierigkeiten, sie überhaupt loszuwerden (auch für grandiose Bands wie Haight-Ashbury oder namhafte Künstler wie zuletzt etwa Anne Clark). Aber wehe, wir verlosen Einkaufsgutscheine, Skipässe oder Tickets für Hansi Hinterseer – dann glühen die Leitungen und die Briefträger müssen Sonderschichten einlegen.

Warum wagen so wenige Leute den Blick über den akustischen Tellerrand? Liegt es an der medialen Übersättigung des zum „Konsumenten“ degradierten Musikhörers? An der Angst vor dem Unbekannten? Was kann man schon verlieren, wenn man auf das Konzert einer unbekannten Band geht?  Schlimmstenfalls ein paar Euro und einen Abend, den man sonst wahrscheinlich vor dem Fernseher verbracht hätte. Gewinnen kann man viel mehr: aufregende Erfahrungen, neue Einblicke, unerhörte Klangerlebnisse.

Hinzu kommt, dass das „Risiko“, sich auf etwas Unbekanntes einzulassen, heute ohnehin geringer ist denn je, YouTube, Spotify und Co. sei Dank. (Dank?). Richtig hohen Blutdruck bekomme ich übrigens dann, wenn sich dieselben Leute, die den Arsch nicht hochkriegen, dann lauthals beschweren, dass „bei uns eh nichts los ist“. So geht’s nicht!

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Die Scheuklappen-Mentalität vieler Konzertbesucher (oder Eben-Nicht-Konzertbesucher) trifft vor allem kleine Veranstalter, die sich zeitlich und finanziell oft voll verausgaben, um aufregende, ungewöhnliche Künstler zu uns nach Tirol zu holen. Jüngstes Beispiel: die „Artparty“ in der Kulturfabrik Kufstein mit zwei hochinteressanten jungen Bands, veranstaltet vom Kulturverein KlangFarben. Dieser umtriebige Verein ist seit dem Vorjahr redlich darum bemüht, spannende Künstler im weiten Feld zwischen Avantgarde-/Experimentalrock, Jazz und wagemutigen Freistilklängen nach Kufstein zu holen – allzu oft leider fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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Auf der Suche nach dem Dub

Konzertbericht: Dub Trio & The Little White Bunny, PMK, Innsbruck, 8. April 2014

„Da war mir gestern eindeutig zu wenig Dub im Dub Trio“: So lakonisch brachte es Bloggenosse Dave am Tag nach dem Konzert per Facebook auf den Punkt – und postete trotzig ein Video des jamaikanischen Dub-Hohepriesters King Tubby (den die drei New Yorker als einen ihrer zentralen Einflüsse nennen). Und auch wenn mir der Auftritt insgesamt nicht schlecht gefallen hat – ganz Unrecht hat Kollege Obwaller nicht.

Es gab sie durchaus, die dubbigen, trippigen, halluzinogenen Passagen, in denen eine düstere Grundstimmung, experimentelle Gitarrenklänge und Trance-artige Rhythmen aus der Echokammer auf originelle Weise zusammenfanden – phasenweise klang das sogar wirklich atemberaubend.

Insgesamt war der Dub-Trio-Cocktail dann aber doch zu metallhaltig, zumindest für meinen Geschmack. Statt gehörschädigender Lautstärke (die auch mit Ohrenschutz grenzwertig war) und diversen eher konventionell klingenden Metal-Riffs hätte ich lieber noch mehr von diesen hypnotisierenden Drum- und Gitarreneffekten gehört, von mir aus auch von den Hörspiel-artigen Zwischensequenzen.

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Kurze Songs, ewige Freundschaft

Konzertbericht: Mike Watt & The Missingmen / Guess What / L’Oeillere, PMK Innsbruck, 1. April 2014

In „We jam econo“, einer spannenden und berührenden Doku über die einflussreiche kalifornische (Post)Punk-/Hardcore-/Experimental-/Politband Minutemen, die im Vorfeld dieses Innsbrucker Konzertabends zu sehen war, gibt es einen besonders schönen Moment: Mike Watt, Bassist und einer der beiden gleichberechtigten Songschreiber der Minutemen, erinnert sich an die Aufnahmen zum 1983er-Album „What Makes a Man Start Fires?“ und speziell an den Song „The Anchor“.

Denn: „It’s our first song where we go over two minutes, it’s two minutes and five seconds or so“. Um sich zu vergewissern, blättert Watt kurz im Booklet nach und stellt dann überrascht fest: „No, it’s two thirty. Phew! That’s our opus …“

Ein vielsagendes Statement:  Denn obwohl der Bandname „Minutemen“ nichts mit der Länge der Songs zu tun hat (er ist vielmehr eine Anspielung auf die gleichnamige Miliz aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und ein Seitenhieb auf eine rechtsextreme, reaktionäre Gruppe der 60er Jahre, die sich ebenfalls so nannte), passt er auch in dieser Hinsicht: Denn die Songs der Minutemen waren nicht nur explosiv, zornig und rasant, sondern vor allem wahnsinnig kurz. „What Makes a Man Start Fires?“ enthält 18 Songs – und dauert nicht einmal 27 Minuten. Auf „The Punchline“ von 1981 dauert der längste Song 1:18 Minuten, der kürzeste ist schon nach dreißig Sekunden vorbei!

Wie damals aufgenommen wurde, beschreibt Spot, einer der Produzenten der Minutemen, in der Doku: „Let’s forget about this multitrack stuff, let’s just set it up and do it live to two-track. You know, one take, bam!, it’s done. You‘re mixing it while you’re playing it – and that’s what we did“.

So kurz und ereignisreich wie ihre Songs war auch die Karriere der Formation aus San Pedro: Doch zwischen 1980 und 1985 hinterließen die Minutemen nicht nur viel Musik, sondern auch bleibenden Eindruck. Das machen prominente Weggefährten aus den 80ern in der Doku deutlich: Von Lee Ranaldo (Sonic Youth) über Henry Rollins bis hin zu J.Mascis (Dinosaur Jr.), von Jello Biafra (Dead Kennedys) bis Flea von den Chili Peppers äußern sich viele zentrale Figuren der amerikanischen Punk- und Alternative-Bewegung höchst positiv über die Minutemen.

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„Was wurde eigentlich aus meinem Rock ‘n‘ Roll?“ Ein Saunabesuch

Konzertbericht: „Black Rebel Motorcycle Club“ & „Dead Combo“, 1. März 2014, Kulturfabrik Kufstein

Ein oft unterschätzter Faktor für das Gelingen eines Konzerts ist die Location: Sicher, eine wirklich schlechte Band wird auch am besten Veranstaltungsort eine wirklich schlechte Band bleiben. Aber umgekehrt ist es schon oft vorgekommen, dass gute Bands auf der falschen Bühne, in der falschen Halle, im falschen Umfeld regelrecht verhungert sind …

In diesem Sinne war es wohl ein echter Glücksfall, dass das Kufstein-Konzert des „Black Rebel Motorcycle Club“ quasi im letzten Abdruck von der Kufstein-Arena (die circa 1300 Zuschauer fasst) in die ungleich kleinere Kulturfabrik verlegt wurde. Denn von der ersten Minute an herrschte im brechend vollen, saunaartigen Saal eine intensive, hitzige Clubatmosphäre – genau das richtige Ambiente für lauten, düsteren Rock ‘n‘ Roll.

Für ebensolchen Sound sorgte zunächst die „Dead Combo“: Hinter diesem Namen stecken zwei Finnen, die irgendwann einmal im New Yorker Underground gestrandet sind. Soundtechnisch wandeln sie denn auch auf den Spuren von Formationen wie „Suicide“, einer der einflussreichsten New Yorker Undergroundbands: Nur zu zweit, begleitet von brachialen, etwas breiig abgemischten Drum-Machine-Klängen, zogen sie eine düster schimmernde Soundwand auf, die bestens zu ihrer dunklen Lederkluft passte.

Gegen Ende stand plötzlich ein dritter Mann auf der Bühne, schweigend und mit einem Halstuch vor dem Mund, wie ein Bankräuber oder radikaler Demonstrant: Peter Hayes, einer der beiden Frontmänner des „Black Rebel Motorcycle Club“. (Und weil eine Hand die andere wäscht, durfte die  „Dead Combo“ später auch bei den schwarzen Rebellen einen kleinen Gastauftritt hinlegen).

Übrigens: Bei der „Dead Combo“ handelte es sich, wie bereits erwähnt, um Finnen – und nicht etwa um eine Instrumentalrockband aus Portugal, die düstere, Ambient-artige Klänge mit Einflüssen aus dem Spaghettiwestern und traditionellen portugiesischen Fado-Klängen verbindet. Das habe ich zwar in der Regionalzeitung und hier auf dem Blog ausgiebig (und unwidersprochen) verbreitet: Aber da habe ich eben zwei „Dead Combos“ (!) miteinander verwechselt. In Lissabon sind die beiden namensgleichen Formationen (die auch vom Sound her durchaus kompatibel sein dürften) sogar einmal bei einem „Dead Combo Clash“ unter dem Motto „Dead Combo vs. Dead Combo“ aufeinandergetroffen.

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Ich war jedenfalls so in meinem Vorurteil verhaftet, dass ich die (dunkelhaarigen!) US-Finnen bis zum Schluss für Portugiesen gehalten habe. Kein Wunder, wenn einer der beiden frisur- und flinserltechnisch auffällige Ähnlichkeiten mit Cristiano Ronaldo hatte …

Doch so richtig aufregend wurde es erst bei der Hauptband:

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Punk-Power, mit Blümchenkleid und Saxophon

Konzertbericht: EZRA FURMAN & THE BOYFRIENDS, 6. Februar 2014, Weekender Club Innsbruck

Es gibt Konzerte, bei denen die eigene Erwartungshaltung  schon früh durchbrochen wird. Manchmal sind solche Konzerte eine herbe Enttäuschung. Manchmal sind sie aber auch die besten. So wie das Gastspiel von Ezra Furman & The Boyfriends im Weekender Club.

Dort geschah gleich zu Beginn Unerwartetes – und zwar in doppelter Hinsicht. Zunächst überraschte Frontmann Ezra Furman mit seinem Outfit: knapp sitzendes Blümchenkleid zu überlanger Lederjacke (die später auch noch abgeworfen wurde), eine gewagte Kombination, die er übrigens auch auf dem Cover seines neuen Albums „Day Of The Dog“ zur Schau trägt.

Zum Anderen präsentierten sich Furman und seine zum Quintett gewachsene Band (die sich nunmehr „The Boyfriends“ nennt) erstaunlich laut, wild und punkig. Die großartige Eröffnungsnummer „I Wanna Destroy Myself“, die auch das neue Album einläutet, ließ nicht nur dem Titel nach an die Sex Pistols und die Ramones denken. Kurz: Man fühlte sich angenehm irritiert.

Auch in einem anderen Punkt musste ich meine althergebrachte Meinung revidieren: Saxophone sind gar nicht mal so scheiße. Ich bin ja eigentlich ein erklärter Gegner des goldenen Dudelinstruments, weil es erfahrungsgemäß nur allzu oft für ein schmieriges, seifiges und glattes Klangbild steht, quasi die akustische Entsprechung zur nach hinten gekämmten Gelfrisur bildet. Nicht so an diesem Abend. Da war das Saxophon eine der größten Stärken im Gesamtsound.

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Dunkelschöne Bastelstunde

Konzertbericht Christine Owman, 13. Jänner 2014, Bäckerei, Innsbruck

Das perfekte Kontrastprogramm zur derben Mad Sin-Sause am Donnerstag davor: Düsterer, experimenteller, ebenso kunstvoller wie kunstsinniger (aber zum Glück alles andere als kunsthandwerklicher) Pop. Und eine Sängerin, die sich schon mal unters Publikum mischt, um sich persönlich zu erkundigen, ob wohl jemand Ohrstöpsel brauche: „I myself am very cautious about my ears. I dont’t want my music to ruin your ears. On the contrary“.

Eines steht fest: Die Ohren ihres Publikums hat Christine Owman, in London ansässige Songwriterin und Multiinstrumentalistin aus Südschweden, an diesem Abend absolut nicht ruiniert. Das Konzert in der Bäckerei erwies sich als genau so schön wie erwartet. Ein wesentlicher Grund dafür: Owmans ätherischer bis avantgardistischer Gesang, ihre dunkle, sinnliche Stimme, die sie noch dazu durch diverse Verzerrer und Effektgeräte jagte – ein Effekt, der gleich bei der zweiten Nummer des Abends, „Deathbed“, besonders gut zum Tragen kam.

Owman erwies sich an diesem Abend generell als sehr vielseitige Künstlerin: Sie spielte Cello (gestrichen und gezupft), Ukulele und Singende Säge, griff zur Triangel und sogar zu einer seltsamen Plastikschlange, die beim Schwingen schwirrende Geräusche produzierte (ich persönlich habe so etwas zum letzten Mal vor 25 Jahren im Kindergarten von Unterlangkampfen gesehen).

Mittels Loop-Pedalen baut Owman ihre Lieder quasi live auf der Bühne zusammen – eine Art Collagetechnik mit selbst produzierten Samples, die mir persönlich sehr gut gefällt (auch wenn sie dem Bühnenauftritt manchmal etwas Zerfahrenes, Bastelstunden- oder Workshopartiges verleiht). Auf jeden Fall ergaben die Zutaten (dunkler, intensiver, manchmal auch zärtlich gehauchter Gesang; dramatische Cellofiguren; das Klingeln der Ukulele; das Wimmern der Singenden Säge …) insgesamt einen mystischen, wunderbar artifiziellen Sound.

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Bierbecher und Pickelhaube

Konzertbericht: MAD SIN und HELLFISH, 9. Jänner 2014, PMK Innsbruck

„Das Schlimmste ist, wenn Musik zur Erwachsenenunterhaltung verkommt“: So brachte es Kollege Dave im Vorfeld dieses in jeder Hinsicht denkwürdigen Konzertabends auf den Punkt. Damit war nicht etwa gemeint, dass es für populäre Musik eine Altersbeschränkung gibt oder geben sollte, im Gegenteil. Die Kritik richtete sich vielmehr gegen Musik, die ihren eigenen Kunstanspruch wie eine Golden-Member-Card vor sich her trägt, gegen Musik, die man gefälligst still und konzentriert zu konsumieren hat – am besten im Sitzen und mit möglichst ernster Kennermiene.

Die Gefahr der Erwachsenenunterhaltung bestand beim „Mad Sin“-Konzert in der Innsbrucker PMK allerdings keine Sekunde lang: Schließlich sind die Berliner, die 1987 als Straßen- und Kneipenband zusammengefunden haben, die bekannteste Psychobilly-Formation des  deutschsprachigen Raums, vielleicht sogar ganz Europas. Und das Psychobilly- oder Horrorpunk-Genre (als Begründer gelten The Meteors, als Säulenheilige unter anderem The Cramps) ist per se eine Spielwiese für große Kinder, die es gerne wild, laut und dreckig mögen.

Die (nicht allzu gewagte) Prognose „Das wird heut auch was fürs Auge“ traf voll und ganz ein: „Mad Sin“ ist eine Band, die man gesehen (!) haben muss: Allein schon der Kontrast zwischen dem in jeder Hinsicht gewaltigen Sänger „Köfte“ de Ville (Stiernacken, ganzkörpertätowiert, energiegeladen und wuchtig wie ein Bulldozer) und dem hageren, stoischen, einem ausgezehrten Vampir gleichenden Gitarristen Stein war das Eintrittsgeld wert.

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Tirolerabend mit Clara und Heidi

Konzertbericht: Clara Luzia, Kulturfabrik Kufstein, 13. Dezember 2013:

Prämisse 1: Mit der österreichischen Folk-/Indierock-Könnerin Clara Luzia geht es mir so ähnlich wie mit Thom Yorke oder James Blake: Ich finde sie prinzipiell super – aber für ihre Stimmen muss ich in Stimmung sein.

Prämisse 2: Ich bin kein Fan von Akustikkonzerten. Wenn ich eine ganze Band mit ordentlich Rumms und Bumms haben kann, warum sollte ich mir dann freiwillig die Lightvariante anhören? Die meisten „Unplugged“-Konzerte (die einem Grundprinzip des Pop, nämlich der Macht der Lautstärke, zuwiderlaufen) sind vor allem eines: langweilig.

Prämisse 3: Das neue Clara Luzia-Album „We Are Fish“ soll insgesamt deutlich rauer und befreiter „losrocken“ (um dieses etwas unappetitliche Wort zu verwenden) als die vier bisherigen LPs. Auch die neue Single „No One’s Watching“ fährt wirklich gut ein. Und dann spielt Clara Luzia in Kufstein trotzdem ein Akustikkonzert?!

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Schlechte Voraussetzungen also für einen Abend, wie er mir persönlich gefällt? Mitnichten! Denn auch wenn ich nicht unbedingt ein Freund der gemütlichen Lagerfeuerklampferei bin: Reduzierte, karge und klare Arrangements weiß ich (im Gegensatz etwa zum turbomaximalistischen Blogkollegen Steff) sehr wohl zu schätzen.

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