Archiv des Autors: Michael Domanig

Tirolerabend mit Clara und Heidi

Konzertbericht: Clara Luzia, Kulturfabrik Kufstein, 13. Dezember 2013:

Prämisse 1: Mit der österreichischen Folk-/Indierock-Könnerin Clara Luzia geht es mir so ähnlich wie mit Thom Yorke oder James Blake: Ich finde sie prinzipiell super – aber für ihre Stimmen muss ich in Stimmung sein.

Prämisse 2: Ich bin kein Fan von Akustikkonzerten. Wenn ich eine ganze Band mit ordentlich Rumms und Bumms haben kann, warum sollte ich mir dann freiwillig die Lightvariante anhören? Die meisten „Unplugged“-Konzerte (die einem Grundprinzip des Pop, nämlich der Macht der Lautstärke, zuwiderlaufen) sind vor allem eines: langweilig.

Prämisse 3: Das neue Clara Luzia-Album „We Are Fish“ soll insgesamt deutlich rauer und befreiter „losrocken“ (um dieses etwas unappetitliche Wort zu verwenden) als die vier bisherigen LPs. Auch die neue Single „No One’s Watching“ fährt wirklich gut ein. Und dann spielt Clara Luzia in Kufstein trotzdem ein Akustikkonzert?!

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Schlechte Voraussetzungen also für einen Abend, wie er mir persönlich gefällt? Mitnichten! Denn auch wenn ich nicht unbedingt ein Freund der gemütlichen Lagerfeuerklampferei bin: Reduzierte, karge und klare Arrangements weiß ich (im Gegensatz etwa zum turbomaximalistischen Blogkollegen Steff) sehr wohl zu schätzen.

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WTF?? Die 20 seltsamsten Songtitel der Welt

„All You Need Is Love“, „Hey Joe“, „Surfin‘ USA“: Nicht alle Songtitel in der Popmusik sind so klar, kompakt und verständlich wie diese. Hier meine persönlichen Top-Twenty der seltsamsten Liedernamen. Scrollen ist erlaubt 😉

20.) Stuck Inside Of Mobile (With The Memphis Blues Again)

Jemand, der solche surrealen Textmassen auftürmt wie Bob Dylan, hat natürlich auch eine ganze Reihe von seltsamen Songtiteln im Fundus („Leopard-Skin Pill-Box Hat“, „Queen Jane Approximately“, „Subterranean Homesick Blues“, „Bob Dylan’s 115th Dream“ …).

Mein Favorit ist aber dieses Meisterwerk vom vortrefflichen 1966er-Doppelalbum  „Blonde on Blonde“. Nicht nur der Titel (und Refrain) wirft Fragen auf, sondern auch der rätselhafte bis dadaistische Text, inklusive lustiger Vertauschungen:  

„But the post-office has been stolen / And the mailbox is locked.“ 
ODER
„And he just smoked my eyelids / And punched my cigarette“.

Wie mein allwissender Freund Wiki-Peda weiß, hat Zeitgenosse John Lennon sogar einen satirischen Seitenhieb auf Dylan und dieses Lied verfasst: „Stuck Inside of Lexicon with the Roget’s Thesaurus Blues Again“. Dylans Texte waren ihm – wie auch manchem Fan – offenbar gar zu obskur geworden.

Hier wird „Stuck …“ von der genialen Chan Marshall vulgo Cat Power interpretiert:  

 

19.) Let’s Make Love And Listen To Death From Above

Ist die Postmoderne im Pop nun eigentlich tot oder nicht? Als wesentliche Kennzeichen des postmodernen Pop gelten ja: Zitate, Samples, Remixes, Soundcollagen, Mashups und andere Formen der Anspielung und Weiterführung.

Wenn man sich den trashigen Elektropunk von CSS aus Brasilien anhört, die in diesem Lied auf das – nie wirklich bekannte gewordene – kanadische Dance-Punk-Duo „Death from Above 1979“ verweisen, ist das postmoderner Zitatenrausch par excellence. Andererseits: Sowohl CSS, als auch Death from Above (die zwischenzeitlich sogar schon aufgelöst waren), scheinen ihren Zenit bereits deutlich überschritten zu haben. Was mich zur Frage zurückbringt: Ist die Postmoderne im Pop nun eigentlich tot?

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Pfeif drauf! 16 essenzielle Whistle-Songs

Ich steh aufs Pfeifen. Wahrscheinlich, weil es das einzige Instrument ist, dass ich beherrsche, zumindest in Grundzügen. Und ich möchte jetzt nicht hören: Pfeifen kann doch jeder. Denn das ist definitiv nicht der Fall. Meine liebe Mama ist beispielsweise trotz größter Anstrengungen und vorbildlich gespitzter Lippen nicht dazu in der Lage, ihrem Mund mehr als ein kaum hörbares „Rüüür-rüüür-rüüür“ zu entlocken, das man auch in der gnädigsten Definition nicht als Pfeifen durchgehen lassen kann.

Nein, Pfeifen ist, wie schon Loriot wusste, eine hohe Kunst. Und auch aus der Populärkultur ist es einfach nicht wegzudenken! Wer das nicht glaubt, der höre sich die folgende Liste mit 16 Kapazundern des gepfiffenen Liedes an.

Kleine Anmerkung: Weil es im Internet natürlich alles schon gibt (natürlich auch Charts mit den besten „Whistling Songs“, die ich klarerweise auch geplündert habe), habe ich für die folgende Liste strenge Kriterien angelegt: Das Pfeifen muss ein integraler Bestandteil des Songs sein. Lieder wie „Tighten Up“ von den Black Keys oder Becks genialer Hip-Hop-meets-Country-Schunkler „Sissyneck“, die jeweils nur von einem kurzen (zugegeben höchst beeindruckenden) Pfeifen eingeleitet werden, bieten hier fast zu wenig.

Doch nun, without further ado (wie der Engländer sagt), meine 16 essenziellen Pfeiflieder:

16. Alexander feat. RZA – Truth:

Dieser kleine, hierzulande vor allem von FM4 bekannt gemachte Hit von Alex Ebert aus L.A. lebt in erster Linie von der gepfiffenen Hookline. Dass Wu-Tang-Mann RZA eine Rapstrophe beisteuert, schadet auch nicht. Aber das Pfeifen macht’s! (Übrigens: Herrn Ebert könnte man auch als Frontmann von Edward Sharpe and the Magnetic Zeros kennen – die in dieser Liste auch noch auftauchen.)

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Saubartl mit Dackelblick

Konzertbericht: Adam Green, Weekender Club Innsbruck, 13. November 2013

In einer globalisierten Musikwelt können die seltsamsten Sachen passieren. Zum Beispiel, dass ein skurriler Songwriter aus New York, der es in seiner Heimat nie wirklich über den Status eines Insider-Tipps hinausgebracht hat, im Herzen von Tirol wie ein Superstar gefeiert wird. Und womit? Mit Recht.

Denn Adam Green, das wurde im restlos ausverkauften Weekender Club rasch deutlich, ist tatsächlich ein begnadeter Entertainer. Mit seiner wunderbar sonoren, fast schon klassischen Crooner-Stimme (die bei einem Hänfling wie ihm umso erstaunlicher wirkt) und seinem sympathisch-verpeilten Auftreten hatte er das – nicht nur für Tiroler Verhältnisse – sehr enthusiastische und feierwillige Publikum von der ersten Minute an in der Hand.

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Dass Mr. Green tatsächlich über beachtliche Starpower verfügt (zumindest bei uns in Europa), beweisen folgende rhetorische Fragen:

– Wie könnte er es sich sonst erlauben, mit einem geschmackfreien weißen Rüschenhemd, purpurner Jacke und Alpini-Schlapphut ungelenk über die Bühne zu tanzen wie ein „beschwipster Elf“ (um Christiane Fasching von der Tiroler Tageszeitung zu zitieren)?

– Wie könnte es ihm sonst gelingen, bei einem reinen Akustikkonzert (Green wurde lediglich vom italienischen Gitarristen Francesco Mandelli begleitet) derart ausgelassen dem Stagediving zu frönen – und das gleich mehrfach?

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Wean, du bist a junge Frau

Album-Rezension: WIEN MUSIK 2013 (Diverse)

Manche Dinge ergänzen sich einfach perfekt. Vor wenigen Wochen ist mit dem formidablen und formschön gestalteten Kompendium „WIENPOP“  eine längst fällige Oral History über die Entwicklung der Wiener Musikszene(n) seit den 1950er Jahren erschienen (Rezension folgt, sobald ich durch bin). Doch während der reich bebilderte Prachtband die historische Komponente in vier Kapiteln abdeckt (vom Aufkommen des Rock ‘n‘ Roll in den 50ern und 60ern über die Kritische Liedermacherszene der 70er und die aufregende Wiener Punk- und New Wave-Szene bis hin zum Hip-Hop- und Elektronik-Boom der 90er), hat man das aktuelle Wiener Popmusikleben ausgespart. Bewusst, wie die Autoren schreiben, da es für eine objektive Beurteilung eben einen gewissen zeitlichen Abstand brauche.

Trotzdem handelt es sich hier um eine Lücke – die allerdings von den WIEN MUSIK-Samplern auf wunderbare Weise geschlossen wird. Der bereits vierte Teil dieser Serie mit aktueller Musik aus (und häufig auch über) Wien ist im Sommer erschienen, gerade rechtzeitig zum Wiener Popfest.

WIEN MUSIK 2013, kundig zusammengestellt vom Musiklabel monkey., zeigt mit der tollen Schauspielerin Birgit Minichmayr erstmals eine Frau auf dem Cover (Foto: Manfred Klimek). Die drei bisherigen Covermodels waren Franz Schuh, Dominic Heinzl (sic!) und David Schalko gewesen. Vor allem aber zeigt der Sampler (einmal mehr), dass in der österreichischen Hauptstadt derzeit, fernab größerer Hypes, ziemlich viel passiert. Das moderne Wienerlied (= Wiener Lied) klingt vielfältiger denn je, ganz wie es einer bunten, rasch wachsenden Metropole gebührt.

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Ja, die stilistische Bandbreite ist gewaltig: vom kryptisch-düsteren Auftakt mit Julian & der Fux („Wie geht es?“) bis hin zu Filou mit ihrem schlicht und einfach „Wien“ betitelten Songhybriden (etwas eckiger Sprechgesang in der Strophe, hymnischer Rock im Chorus: „Wien, oh, Wien – ich oder du, du oder ich?“);  von Atomique, P.Tha & Con mit ihrem Mix aus dubsteppiger Haudraufelektronik und brachialem Highspeed-Rap („Spring! Spring, bis Beton zerspringt!“) bis hin zur Sängerin und Schauspielerin Monica Reyes, die mit ihrer nervig-charmanten Aufforderung zum „Schmusen“ die Nummer eins der FM4-Charts erreichte.

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Hero(in)

Schade, dass viele erst sterben müssen, damit sich wieder einmal eine breitere Öffentlichkeit für ihre Musik interessiert. Jetzt auf einmal mögen alle Lou Reed (wieder). Ein paar Tage lang werden seine berühmtesten Lieder – Hits hatte er ja eigentlich nie – da und dort pflichtschuldig gespielt werden. Und dann: On to the next one. Aber so läuft das halt. Und wir am Blog machen natürlich mit! Aus aktuellem, traurigem Anlass hier also drei meiner persönlichen Lieblingssongs von Lou Reed aus den Velvet Underground-Jahren:

3. The Black Angel’s Death Song:

Dunkler, radikaler und dissonanter hat 1967 kaum jemand geklungen. Und heute?

2. Stephanie Says

Das zynische Arschloch Lou Reed hatte auch eine sanfte, melancholische, verwundbare Seite. Songs wie „Stephanie Says“ zeugen davon. Einfach. Und schön. Einfach schön. „It’s so cold in Alaska“.

1. All Tomorrow’s Parties

„And what costume shall the poor girl wear / To all tomorrow’s parties?“ Nie hat jemand schöner über Tod und Abschied gesungen als Nico. Dabei konnte sie gar nicht richtig Englisch. Und richtig singen konnte sie wohl auch nicht. Aber genau deshalb ist das hier eines meiner absoluten Lieblingslieder. Ever.

Nico (schon 1988 tragisch verstorben) und Lou haben sich selbst das berührendste Requiem geschrieben.

Vom Laster überfahren

Konzertbericht: Truckfighters, PMK, Innsbruck, 15. Oktober 2013

Das digitale Zeitalter treibt bisweilen seltsame Blüten. So auch im Falle der Truckfighters: 2011 erschien eine ironisch gefärbte „Fuzzomentary“ (also Doku) über die schwedische Stoner-Rock-Formation, in der die Truckfighters von Genre-Giganten wie Josh Homme, Nick Oliveri oder einigen Kyuss-Typen in den (Wüsten-)Himmel gelobt werden.

Der Ansatz der Doku ist aberwitzig und absurd: Josh Homme beispielsweise erinnert sich an seine Volksschulzeit, als ihm sein Vater von einer Band namens „Truckfighters“ erzählt habe – obwohl die Schweden natürlich deutlich jünger sind als der Kyuss- und QOTSA-Großmeister. An anderer Stelle lobt er die Truckfighters – in einem legendär gewordenen Zitat – als „the best band that’s ever existed“. Dieser Witz funktioniert eigentlich nur, weil die Truckfighters im Vergleich mit  Queens Of The Stone Age & Co. nur eine relativ kleine, höchstens in eingeschworenen Stoner-/Retro-Rock-Kreisen bekannte Band sind, weil also, überspitzt formuliert, keine Sau die Truckfighters kennt. Köstlich, wie einer der Interviewten ausweichend sagt: „I see their name around, so I know they’re doing … what they’re supposed to be doing“.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Inzwischen sind die Truckfighters nämlich – dem Netz und ihrem Ruf als exzellente Liveband sei Dank – tatsächlich so etwas wie (mittlere) Stars geworden. Wo sie auch hinfahren, spielen sie vor ausverkauften Häusern – und auch im proppenvollen PMK wurden sie von enthusiasmierten, erstaunlich textsicheren (!) Fans euphorisch empfangen.

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Wie ich doch noch Affen-affin wurde

Album-Rezension: Arctic Monkeys – AM

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Eingangs muss ich gleich eines zugeben: Die Arctic Monkeys haben bei mir lange nicht so recht gezündet. Schwer zu sagen, woran das lag. Vielleicht daran, dass ich mich bei Erscheinen des explosiv einschlagenden Debüts „Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not“ (2006) schon einigermaßen an der „New Class of Rock“ der frühen und mittleren Nullerjahre sattgehört hatte. Vielleicht auch daran, dass mich die Hype-Maschine auf der Insel, die pausenlos irgendwelche Bands, DJs und Solokünstler hochjazzt, um sie dann mindestens ebenso schnell wieder fallenzulassen, generell ein bisschen nervt.

Jedenfalls fand ich die hysterisch abgefeierten Songs wie „I Bet You Look Good On The Dancefloor“ oder „When The Sun Goes Down“ zwar ganz ok, aber leider nicht wirklich aufregend oder gar berührend. Und danach verschwanden die Monkeys für ein paar Jahre überhaupt von meinem Radar (auf dem sie nie wirklich aufgetaucht waren).

Dabei hätten mir die Buben aus Sheffield grundsätzlich sympathisch sein müssen. Das waren keine engstirnigen Rockisten, sondern intelligente und energiegeladene junge lads, die mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen, gerne Hip-Hop hören und so weiter. Und auch das, was ich von ihren Nebenprojekten so mitbekam, etwa den dreckigen Rap-Rock von Mongrel oder den barocken Pop von Alex Turners Supergroup The Last Shadow Puppets, gefiel mir eigentlich recht gut.

Das Lied, mit der ich erstmals wirklich Zugang zu den Inselaffen fand, war dann kurioserweise „Don’t Sit Down ‚Cause I’ve Moved Your Chair“ vom ansonsten nicht gerade hochgelobten 2011er-Album „Suck It And See“, ein fetter, psychedelischer, eindeutig von US-amerikanischen Einflüssen geprägter Hardrock-Kracher.

Apropos amerikanische Einflüsse: Seit dem 2009er-Album „Humbug“, das von Josh Homme koproduziert wurde, sind die Arctic Monkeys mit dem – in jeder Hinsicht – großen Kyuss- und Queens-of-the-Stone-Age-Mann befreundet. Eine Begegnung, die den bleichen englischen Milchbubis sicher nicht geschadet hat. Denn auch wenn aus den Monkeys keine Wüstenrockband geworden ist, klingen sie auf ihrem neuen Album „AM“ deutlich grooviger, sexuell aufgeladener, gefährlicher – genau jene Eigenschaften, die bekanntlich auch die Queens auszeichnen.

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Same title – different song (Teil 1)

Wie Kollege Steff vor einigen Wochen nachgewiesen hat, ist die Zahl der im Pop verfügbaren Melodien und Harmonien offenbar begrenzt – weshalb manche Bands sich dazu gezwungen sehen, mehr oder weniger dreist bei anderen zu klauen. Doch auch coole Songtitel scheinen eine knappe Ressource zu sein: Unterschiedlichste Künstler taufen ihre Lieder – ob bewusst oder unbewusst – immer wieder auf dieselben Namen.

Um der daraus entstehenden Verwirrung entgegenzuwirken, hat unsere serviceorientierte Seite beschlossen, einige Lieder gleichen Namens miteinander zu konfrontieren. Und um der Leserschaft die Entscheidung zu erleichtern, geben wir immer auch gleich bekannt, welches der gleichnamigen Lieder das beste ist. Frei nach dem Motto: Ein „Supersonic“ reicht!

1. Into The Void:
Kollege Dave ist der Ansicht, dass JEDE Metalband, die etwas auf sich hält, einen Song namens „Into The Void“ im Repertoire habe. Das mag übertrieben sein – aber nur leicht.

a) Black Sabbath:
Wahnsinn, wie gut die mal waren! Die Miterfinder des Heavy Metal servieren hier (auf „Master of Reality“, 1971) ein gewaltiges, groovendes Riffmonster, das sich trotz seines bleischweren Gewichts erstaunlich leichtfüßig bewegt. Und herrliches Trademark-Gequengel von Ozzy gibt es natürlich auch. Wenn man das hört, weiß man, wo Soundgarden herkommen. Oh, die haben „Into The Void“ ja wirklich mal gecovert!

b) Nine Inch Nails:
„Into The Void“ ist die dritte Single vom 1999er-Album „The Fragile“ – und klingt genauso, wie man sich das von NIN erwartet: Brachialer, elektronisch grundierter Neo-Industrial-/Metalsound, intensiv, aggressiv, psychotisch und total humorlos. „Try to save myself, but myself keeps slipping away“, singt Reznor, eine Zeile, wie sie für ihn kaum typischer sein könnte. Dass das Ganze mindestens so düster ausfällt wie der gleichnamige Sabbath-Klassiker, verwundert nicht. Doch am schönsten drückt es einer der YouTube-Kommentare aus: „I was actually looking for Black Sabbath song, but well…..void is a void….and im lost in it :)“

Sieger: Black Sabbath

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Surfrocken und herfoppen

Konzertbericht: The Bambi Molesters und Dave & The Pussies, PMK, Innsbruck, 12. September 2013:

Erste Frage: Was ist Globalisierung? Vielleicht das hier: Eine Band aus dem Tiroler Unterland (Dave & The Pussies) und eine aus dem kroatischen Sisak (The Bambi Molesters), die sich ein zutiefst amerikanisches Genre, nämlich instrumentalen kalifornischen Surfrock, so einverleiben, dass sich die – ohnehin blödsinnige – Frage nach „Authentizität“ gar nicht erst stellt.

Zweite Frage: Darf man einen Blogkollegen auf dessen eigenem Musikblog über den grünen Klee loben (oder, wie man in Fieberbrunn sagen würde: „herfoppen“), ohne sich der Freunderlwirtschaft schuldig zu machen? Ich finde: Man darf. Wenn es gerechtfertigt ist. Und das ist es bei Dave & The Pussies, die im PMK als Vorband der Bambi Molesters brillierten, auf jeden Fall.

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Eingangs zwei Zitate meiner geschätzten Schreibclub-Genossin und Vielleichtbaldblogmitautorin Vici S., die sich den Surfrock-Doppelpack mit mir zu Gemüte führte: „Wos der mit seiner Gitarr‘n mocht, is jo illegal“, stellte sie zunächst fest – und meinte damit natürlich Dave, sein schwindelerregendes Tempo an der Elektrischen und den fast schon rücksichtslosen Einsatz des Tremolohebels. Kurz darauf brachte sie die Kernbotschaft des Abends ebenso präzise auf den Punkt: „Guat, dass do koaner singt“. (Dass dieselbe Dame der Ansicht war, der Name „Bambi Molesters“ habe etwas mit den Vornamen Moe und Lester zu tun, lassen wir hier dezent unter den Tisch fallen …).

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