Warten auf den Sommer

HIT The Bassline Has Got You Covered, # 1: Summer Breeze

Es gibt viele totgespielte Klassiker, darunter ist „Johnny B. Goode“ wohl die unangefochtene Nummer eins. Im Original von Chuck Berry, danach über Jahrzehnte von unzähligen Musikern bis heute nachgespielt und im Repertoire praktisch jeder Coverband, kann ich weder Original noch Coverversionen mehr hören.

Doch abseits der (un-)toten Klassiker gibt es auch große Popsongs, die etwas weniger bekannt sind und bei denen es sich absolut lohnt, sich die eine oder andere Coverversion zu Gemüte zu führen. Ein perfektes Beispiel ist für mich „Summer Breeze“, die Nummer 13 auf der Liste der „Best Summer Songs of All Time“ des Rolling Stone. Hierzulande zwar bekannt, aber aus meiner Sicht nicht totgespielt. Hätte man die 1970er in den USA erlebt, wäre man wohl anderer Meinung.

Das Lied wurde 1972 von Seals and Crofts veröffentlicht. Im Original ein Soft-Rock-Song, der sanft dahinplätschert – mit netter Melodie, ein wenig Wehmut und einer schönen Auflösung im Refrain. Nett, könnte aber auf Dauer fad werden. Aber: Der Song erweist sich als gute Basis für griffige Coverversionen.

Mir als erstes bekannt war die Variante von Type O Negative. Das war wohl auch die Version, die ich mir bewusst zu Gemüte geführt habe. Als ich zum ersten mal „Black No. 1“ hörte, war ich fasziniert vom düsteren Sound der Band, auf der einen Seite schwerfällig und hart, auf der anderen Seite irgendwie orchestral und melodiös. Vor allem die Stimme des Frontmanns Peter Steele fasziniert und polarisiert wohl auch. Jedenfalls entdeckte ich nach der Anschaffung des Albums „Bloody Kisses“ der Band darauf noch „Summer Breeze“. Für mich der beste Track: Langsam, aber mit Wucht stampfend und irgendwie lasziv kommt diese Version daher.

Fazit: Aus meiner Sicht besser als das Original, der Song wird in ein völlig anderes Licht gerückt.

Die zweite bemerkenswerte Coverversion von „Summer Breeze“ habe ich durch einen Freund kennengelernt.

„Kennst du Jackie Mittoo, den Keyboarder von Studio One?“
Meine Antwort damals: „Nein, bitte vorstellen!“

Das Studio One ist so etwas wie das Motown von Jamaika. Die Band The Skatalites mit Keyboarder Jackie Mittoo war selbst erfolgreich und stand zugleich als Backing-Band für viele Aufnahmen im Studio, unter anderem auch bei Prince Buster.

Der schunkelnde Rocksteady-Beat projiziert das gleichzeitig wehmütige und euphorische Gefühl des Originals meiner Meinung noch passender. Der leichtfüßige Rhythmus dieser Version wird mit stimmiger Gitarre und Orgel und laid back Gesang abgerundet.
Für mich die definitive Version!

Aber am besten selbst anhören:

Und wer es grad‘ nicht im Ohr hat, hier noch zum Vergleich das Original:

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